Was ich brauche, sind fünf Milliarden Dollar …

Aufgeschreckt hat mich David Beasley. Er ist der Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen . Er sagte:

„Es gibt 2.200 Milliardäre auf der Welt, mit einem Nettovermögen von etwa 10 Billionen (= zehntausend Milliarden, d. Red.) US-Dollar. … Was ich brauche, sind fünf Milliarden Dollar, um eine Hungersnot zu verhindern. Ist das zuviel verlangt? Ich meine: Come on! Milliardäre, zeigt der Welt, dass sie euch nicht egal ist! Jeff Bezos (Investor und Gründer des in Corona-Zeiten exponentiell gewinnstarken Online-Versandhändlers Amazon; mit geschätzt mehr als 200 Milliarden Dollar Gesamtvermögen die reichste Einzelperson der Welt; d. Red.), gib mit nur so viel, wie du an einem Tag verdienst! Allein zwischen April und Juli 2020 ist das Vermögen der Milliardäre um 27,5 Prozent gewachsen. … Worum es mir geht, ist eine einmalige Spende. Jetzt.“

Reiche zu kritisieren hat gute biblische Wurzeln. Die Propheten des Alten Testaments und Jesus mahnen die Reichen, sich um die Armen und Schwachen zu kümmern. Von daher habe ich volle Sympathie für das, was David Beasley fordert. Doch diese Kritik an den Reichen ist gleichzeitig auch eine Anfrage an uns.

Näheres hier als pdf-Datei.

Ich erinnere auch noch einmal an meinen Beitrag vom 10.06.2020: „Corona – der wertvolle Blick über den heimischen Tellerrand hinaus“ (Linke Spalte unter: „Archiv | Juni 2020“).

Pfarr-Amt ?

Das „Arbeitsamt“ wurde 2004 zur „Bundesagentur für Arbeit“. Diese Bezeichnung sollte die Dienstleistungsorientierung der Arbeitsverwaltung in den Vordergrund rücken und sei angemessen für eine „moderne, kundenorientierte Dienstleistungsbehörde“. Das „Postamt“ heißt heute „Postfiliale“ oder „Postagentur“. Man spricht von der „Stadtverwaltung“ und der „Gemeindeverwaltung“. Warum hat die Kirche hat nach wie vor die Bezeichnung „Pfarramt“ bewahrt? Viel „menschlicher“ würde es klingen, wenn wir anstatt vom „Pfarramt“ vom „Pfarrbüro“ sprechen würden. Ist es einfach unreflektierte Gewohnheit, immer noch das „Amt“ im Namen zu haben? Oder macht es Spaß, so zu klingen wie das „Landratsamt“, das eine wichtige Aufsichtsbehörde ist, – und wie das „Finanzamt“? Angemessen für eine kirchliche Einrichtung ist die Bezeichnung „Pfarramt“ nicht. Denn eines kommt ja noch erschwerend hinzu …
Hier meine Überlegungen im pdf-Format.

(Ich weiß: Das sind vorlaute Gedanken – und in der Realisierung völlig unrealistisch. Doch mal drüber nachdenken – warum nicht?) 

Foto by Thomas Max Müller_pixelio.de

„Geistliche Kompetenz in der ‚Gemeinschaft der Heiligen'“ – Unter dieser Überschrift stehen meine Anmerkungen zu einem anregenden Aufsatz von Prof. Dorothea Wendebourg. Sie hat zentrale Beobachtungen zu Kirche und Gottesdienst formuliert. Bei den Folgerungen für das „ordinationagebundene Amt“ allerdings kommen mir doch ein paar Fragen. Doch es lohnt, sich das immer wieder und immer neu zu bedenken, was Kirche ist und welche Bedeutung der Gottesdienst hat. Hier die Anmerkungen im pdf-Format.

 

Links: Kanzel, auf der Martin Luther gepredigt hat (in der Stadtkirche zu Wittenberg; Foto: W.Th.)

Die EKD hat „Elf Leitsätze für eine aufgeschlossene Kirche“ aufgestellt. „Kirche auf gutem Grund“ ist der Titel. Es geht ums Tun, Tun, Tun. Um Handlungsanweisungen – erstellt wie von kirchlichen Verwaltungsbeamten, die fast schon in Panik ein Rettungspapier für ein Schiff erstellen, das schlingert oder gar im Begriff ist unterzugehen. Eine wichtige Frage ist unbeantwortet: Was ist der „gute Grund“? Wo ist der „gute Grund“? Wer ist der „gute Grund“?

Wenn ich dieses Papier lese, kommt mir dieser „Grund“ vor – wie ein ausgetrocknetes Land. Geistlich wie theologisch. Denn für Theologie und Substanz ist ja kein Raum. Und keine Zeit. Denn jetzt muss etwas getan werden. Dabei würden neue Aufbrüche und neue Impulse doch eigentlich nur durch Rückbesinnung auf die Grund-lagen geschehen. Schade.

Ein positives Gegenstück dazu ist z.B. das Apostolische Schreiben „Evangelii Gaudium“ (Die Freude des Evangeliums) von Papst Franziskus „über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute“. Tja, von Freude ist in den „Elf Leitsätzen“ keine Rede. Von Freude am Evangelium schon gar nicht. Es sind traurige Leitsätze …

Hier einige Beobachtungen dazu (als pdf-Text): „Grund-lose Kirche“.

Bild: fotoART by Thommy Weiss_pixelio.de

Corona ist seit Monaten das Thema Nummer 1 in den Nachrichten und auch in persönlichen Begegnungen. Einige Gedanken dazu habe ich aufgeschrieben. Die finden sich hier in der pdf-Version (s.a. bei „Neueste Beiträge“ vom 15.06.2020).

Wen mehr zu Corona-Eindrücken interessiert, kann in der linken Spalte unten unter „Stichworte – Corona“ noch einiges entdecken.

„Loslassen“ – Das ist ein zentrales Thema des Lebens und des Glaubens. Es ist mir immer wichtiger geworden, je länger ich mich damit beschäftigt habe. Näheres dazu in meinem Skript:

„Loslassen – Biblische Aussichten weiten den Horizont“

(Eine Kurzfassung ist im August in der Zeitschrift „Magazin für Psychotherapie und Seelsorge“ erschienen.)

(Bild rechts: Monika Tugcu / pixelio.de)