„Christ, der Retter, ist da!“
– allerdings kaum für die Lutheraner!

An Weihnachten singen wir es regelmäßig: „Christ, der Retter, ist da!“ Doch die Luther-Übersetzung meidet dieses Wort wie die Pest. Statt „Retter“ steht da das altertümliche, in unserem Alltag heute nicht mehr gebräuchliche Wort „Heiland“. Für das Verb „retten“ steht „selig werden“, „geholfen werden“ oder „gesund werden“. Für das Substantiv „Rettung“ steht vor allem „Heil“.

Wenn „Retter“, „retten“ oder „Rettung“ da stünde, würde sofort die Frage folgen: „Wovor soll oder wovor kann ich denn gerettet werden?“ Und hierauf müsste die Theologie aus den Aussagen der neutestamentlichen Schriften Antworten geben. Will die Luther-Übersetzung dieses Antworten-Geben-Müssen vermeiden?

Was meint dazu eigentlich das Neue Testament? Herzliche Einladung, mal über das „Retten“ nachzudenken!

Näheres dazu hier in einer pdf-Datei.

Foto by S. Hofschlaeger_pixelio.de

Tolerantes Lehren statt intolerantes Missionieren?

Warum die Luther-Übersetzung 2017
beim Missionsbefehl Jesu ein Rückschritt ist

Die neue Revision der Lutherübersetzung 2017 hat im letzten Abschnitt des Matthäus-Evangeliums, eine sehr problematische, ja falsche Korrektur vorgenommen.

In der letzten Revision Luther 1984 war zu lesen (Mt 28,19f.). Jesus sagt:

„Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“

In der neuen Revision Luther 2017 steht nun:

„Darum gehet hin und lehret alle Völker …“

Doch im Griechischen steht nicht „Lehren“ sondern „zu Jüngern machen“. Warum diese Änderung?

Vermutlich, weil „Lehren“ unverbindlicher und harmloser klingt als „zu Jüngern machen“. Doch mit diesem „Lehren“ wird verschleiert, dass Jesus keine unverbindlichen, harmlosen Vorträge vor gesetzten Bildungsbürgern gehalten hat. Er hat zur Nachfolge eingeladen. Und die besteht aus der Bindung an Jesus Christus (vgl. z.B. auch Mt 10,32f.37-40; 16,24f.). Sie nimmt Gestalt an in der Taufe auf den Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und der Orientierung an dem besteht, was Jesus gelehrt und gelebt hat.

Dieses „Lehret“ in der Luther-Revision 2017 verwischt und verwässert die pointierte Aufforderung Jesu in seinem Missionsbefehl. Es ist ein Mosaikstein, der für mich das Vertrauen in diese Revision schwächt. Andere solche Beobachtungen und „Mosaiksteine“ sind in Vorbereitung und werden demnächst hier folgen.

Näheres zu diesem Thema hier (als pdf-Datei).

Foto by Campus of excellence, Wunderstock – Lehren statt Nachfolge?

Die Taufe:
Wird bei der Kirche nur mit Wasser gekocht?

Einige Anmerkungen zur Taufe der Kirche

Nach der Taufagende der Evang.-Luth. Kirche werden Menschen „im Namen“ Gottes getauft. So steht es in der Taufagende:

„N. N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Jesus sagt jedoch im „Taufbefehl“ (Mt 28,19): „Tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Wörtlich: „Tauft in den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes hinein“. Ein „Taufen auf den Namen“ ist etwas völlig anderes als ein „Taufen im Namen“.

„Taufen im Namen“ heißt: „Taufen im Auftrag von …“ bzw. „in der Vollmacht von …“. Doch das Taufen ist mehr als ein Verwaltungsakt.

„Taufen auf den Namen Jesu Christi“ ist dagegen eine Übereignung an Jesus. Dabei wird der Täufling sozusagen in den Namen Jesu hinein, also in die „Identität Jesu“ hinein getauft. Der Mensch wird in der Taufe – so Dietrich Bonhoeffer – „Eigentum Christi. Der Name Jesu Christi wird über dem Täufling genannt, der Mensch wird damit dieses Namens teilhaftig, er wird ‚in Jesum Christum‘ hineingetauft (εἰς; Röm 6,3; Gal 3,27, Mt 28,19). Nun gehört er zu Jesus Christus. Er ist der Herrschaft der Welt entrissen und ist Christi Eigentum geworden.“

Die EKD fügt noch hinzu: „Für reformiert geprägte Gemeinden im Bereich der UEK ist jedoch auch die dort schon immer herkömmliche Fassung ‚auf den Namen‘ möglich.“ Die Reformierten sind beneidenswert. Die haben es verstanden!

Ausführlicher sind diese Anmerkungen zur Taufe und zur Taufagende hier in einer pdf-Datei.

Foto by Günter Havlena_pixelio.de

Hinaus ins Weite??

Die EKD hat nachgebessert. Aus den „Elf Leitsätzen für eine aufgeschlossene Kirche“ sind „Zwölf Leitsätze zur Zukunft einer aufgeschlossenen Kirche“ geworden. Titel: „Hinaus ins Weite – Kirche auf gutem Grund“. Die Corona-Pandemie sowie die geringer werdenden Finanzmittel haben einen Handlungsdruck erzeugt. Doch es geht auch darum, der „schwindenden Akzeptanz der Kirche und ihrer Botschaft“ und „einer tieferliegenden Glaubenskrise“ zu begegnen.

Wie schön wäre es, wenn diese „Leitsätze“ mehr Substanz hätten! Hier einige subjektive Anmerkungen dazu (als pdf-Datei).

Was ich brauche, sind fünf Milliarden Dollar …

Aufgeschreckt hat mich David Beasley. Er ist der Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen . Er sagte:

„Es gibt 2.200 Milliardäre auf der Welt, mit einem Nettovermögen von etwa 10 Billionen (= zehntausend Milliarden, d. Red.) US-Dollar. … Was ich brauche, sind fünf Milliarden Dollar, um eine Hungersnot zu verhindern. Ist das zuviel verlangt? Ich meine: Come on! Milliardäre, zeigt der Welt, dass sie euch nicht egal ist! Jeff Bezos (Investor und Gründer des in Corona-Zeiten exponentiell gewinnstarken Online-Versandhändlers Amazon; mit geschätzt mehr als 200 Milliarden Dollar Gesamtvermögen die reichste Einzelperson der Welt; d. Red.), gib mit nur so viel, wie du an einem Tag verdienst! Allein zwischen April und Juli 2020 ist das Vermögen der Milliardäre um 27,5 Prozent gewachsen. … Worum es mir geht, ist eine einmalige Spende. Jetzt.“

Reiche zu kritisieren hat gute biblische Wurzeln. Die Propheten des Alten Testaments und Jesus mahnen die Reichen, sich um die Armen und Schwachen zu kümmern. Von daher habe ich volle Sympathie für das, was David Beasley fordert. Doch diese Kritik an den Reichen ist gleichzeitig auch eine Anfrage an uns.

Näheres hier als pdf-Datei.

Ich erinnere auch noch einmal an meinen Beitrag vom 10.06.2020: „Corona – der wertvolle Blick über den heimischen Tellerrand hinaus“ (Linke Spalte unter: „Archiv | Juni 2020“).

Pfarr-Amt ?

Das „Arbeitsamt“ wurde 2004 zur „Bundesagentur für Arbeit“. Diese Bezeichnung sollte die Dienstleistungsorientierung der Arbeitsverwaltung in den Vordergrund rücken und sei angemessen für eine „moderne, kundenorientierte Dienstleistungsbehörde“. Das „Postamt“ heißt heute „Postfiliale“ oder „Postagentur“. Man spricht von der „Stadtverwaltung“ und der „Gemeindeverwaltung“. Warum hat die Kirche hat nach wie vor die Bezeichnung „Pfarramt“ bewahrt? Viel „menschlicher“ würde es klingen, wenn wir anstatt vom „Pfarramt“ vom „Pfarrbüro“ sprechen würden. Ist es einfach unreflektierte Gewohnheit, immer noch das „Amt“ im Namen zu haben? Oder macht es Spaß, so zu klingen wie das „Landratsamt“, das eine wichtige Aufsichtsbehörde ist, – und wie das „Finanzamt“? Angemessen für eine kirchliche Einrichtung ist die Bezeichnung „Pfarramt“ nicht. Denn eines kommt ja noch erschwerend hinzu …
Hier meine Überlegungen im pdf-Format.

(Ich weiß: Das sind vorlaute Gedanken – und in der Realisierung völlig unrealistisch. Doch mal drüber nachdenken – warum nicht?) 

Foto by Thomas Max Müller_pixelio.de

„Geistliche Kompetenz
in der ‚Gemeinschaft der Heiligen'“

– Unter dieser Überschrift stehen meine Anmerkungen zu einem anregenden Aufsatz von Prof. Dorothea Wendebourg. Sie hat zentrale Beobachtungen zu Kirche und Gottesdienst formuliert. Bei den Folgerungen für das „ordinationsgebundene Amt“ allerdings kommen mir doch ein paar Fragen. Doch es lohnt, sich das immer wieder und immer neu zu bedenken, was Kirche ist und welche Bedeutung der Gottesdienst hat. Hier die Anmerkungen im pdf-Format.

Links: Kanzel, auf der Martin Luther gepredigt hat (in der Stadtkirche zu Wittenberg; Foto: W.Th.)

„Elf Leitsätze für eine aufgeschlossene Kirche“??

Die EKD hat „Elf Leitsätze für eine aufgeschlossene Kirche“ aufgestellt. „Kirche auf gutem Grund“ ist der Titel. Es geht ums Tun, Tun, Tun. Um Handlungsanweisungen – erstellt wie von kirchlichen Verwaltungsbeamten, die fast schon in Panik ein Rettungspapier für ein Schiff erstellen, das schlingert oder gar im Begriff ist unterzugehen. Eine wichtige Frage ist unbeantwortet: Was ist der „gute Grund“? Wo ist der „gute Grund“? Wer ist der „gute Grund“?

Wenn ich dieses Papier lese, kommt mir dieser „Grund“ vor – wie ein ausgetrocknetes Land. Geistlich wie theologisch. Denn für Theologie und Substanz ist ja kein Raum. Und keine Zeit. Denn jetzt muss etwas getan werden. Dabei würden neue Aufbrüche und neue Impulse doch eigentlich nur durch Rückbesinnung auf die Grund-lagen geschehen. Schade.

Ein positives Gegenstück dazu ist z.B. das Apostolische Schreiben „Evangelii Gaudium“ (Die Freude des Evangeliums) von Papst Franziskus „über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute“. Tja, von Freude ist in den „Elf Leitsätzen“ keine Rede. Von Freude am Evangelium schon gar nicht. Es sind traurige Leitsätze …

Hier einige Beobachtungen dazu (als pdf-Text): „Grund-lose Kirche“.

Corona

ist seit Monaten das Thema Nummer 1 in den Nachrichten und auch in persönlichen Begegnungen. Einige Gedanken dazu habe ich aufgeschrieben. Die finden sich hier in der pdf-Version (s.a. bei „Neueste Beiträge“ vom 15.06.2020).

Wen mehr zu Corona-Eindrücken interessiert, kann in der linken Spalte unten unter „Stichworte – Corona“ noch einiges entdecken.

„Loslassen“

Loslassen ist ein zentrales Thema des Lebens und des Glaubens. Es ist mir immer wichtiger geworden, je länger ich mich damit beschäftigt habe. Näheres dazu in meinem Skript:

„Loslassen – Biblische Aussichten weiten den Horizont“

(Eine Kurzfassung ist im August 2020 in der Zeitschrift „Magazin für Psychotherapie und Seelsorge“ erschienen.)

(Foto by Monika Tugcu_pixelio.de)