Prophetische Worte über die Ökumene

Walter Hümmer in einem Vortrag vor 52 Jahren: Die Gesamtchristenheit steht in einer Stunde besonderer geschichtlicher Bewährung und Anfechtung. Eine Welle des Diesseitigkeitsdenkens, der Verweltlichung geht über die Welt. Fast scheint es, als ob das religiöse Empfinden des Menschen im Schrumpfen wäre. Viele scheinen keine Antenne mehr für die Welt Gottes zu haben. Ein lautloser innerer Massenabfall, ein Fall aus der Welt des Glaubens, ist im Gange. Die christliche Gemeinde wird je länger je mehr wieder Diasporacharakter inmitten der Welt bekommen, ob sie will oder nicht. In allzu ferner Zukunft wird es…

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Gottesmüdigkeit – Verlieben – Leidenschaft

Was uns fehlt, ist die Ausstrahlung. Die Gottesmüdigkeit, die mangelnde Glaubenslust ist unsere eigentliche Schwäche. Wir leugnen Gott nicht, aber wir rechnen auch nicht ernsthaft mit ihm. Unser Gott ist weder zu fürchten noch zum Verlieben. Fängt jemand damit an, wird er schnell in die charismatische Ecke gestellt. So reden und erklären wir alles Mögliche, aber es kommt kaum durch, was wir der Welt schulden: das Zeugnis vom lebendigen Gott. Dazu braucht‘s zuerst nicht ausgeklügelte Strategien und gestylte Kampagnen, sondern Leidenschaft für Gott und die Menschen. Wir haben etwas zu sagen, für…

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Wie groß ist eigentlich Deine Hoffnung? Und meine?

"Die Kirche ist aus einer Bewegung der Hoffnung entstanden, und diese Bewegung muss heute neu erweckt werden, wenn wir dem Glauben neuen Schwung geben und ihn fähig machen wollen, sich in der ganzen Welt zu verbreiten. Ohne Hoffnung geschieht nichts. ... Wenn ein Mensch den Punkt erreicht, an dem er sich nichts mehr erhofft; wenn er morgens aufsteht und überhaupt nichts mehr erwarten kann, dann ist er wie tot. So wie jemandem, der kurz vor der Ohnmacht steht, schnell etwas Starkes zum Einatmen gegeben wird, damit er wieder zu Kräften kommt, so…

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Hinaus ins Weite??

Die EKD hat nachgebessert. Aus den "Elf Leitsätzen für eine aufgeschlossene Kirche" sind "Zwölf Leitsätze zur Zukunft einer aufgeschlossenen Kirche" geworden. Titel: "Hinaus ins Weite - Kirche auf gutem Grund". Die Corona-Pandemie sowie die geringer werdenden Finanzmittel haben einen Handlungsdruck erzeugt. Doch es geht auch darum, der "schwindenden Akzeptanz der Kirche und ihrer Botschaft" und "einer tieferliegenden Glaubenskrise" zu begegnen. Wie schön wäre es, wenn diese "Leitsätze" mehr Substanz hätten! Näheres dazu unter "Impulse".

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Kirchliche Hierarchie

Im EKD-Papier „Zwölf Leitsätze zur Zukunft einer aufgeschlossenen Kirche“ (dazu demnächst hier mehr) habe ich die kleine (wohl humorvoll gemeinte) Bemerkung gelesen: „Wir wollen ... flache Hierarchien“ (S. 24). Und ich habe mich gefragt, welche kirchenleitenden Ämter wohl als erstes auf der Strecke bleiben. Daraufhin jedenfalls erinnerte ich mich – ich weiß nicht warum – an das, was ich bei Asfa-Wossen Asserate (Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie) gelesen habe: „Unvergesslich die Führordnung, die ein Zeremonienmeister zur Zeit des deutschen zweiten Kaiserreichs anlässlich einer Fürstenhochzeit abfasste: ‚Um zwölf Uhr versammeln sich…

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Geistliche Kompetenz in der „Gemeinschaft der Heiligen“

Ein Aufsatz von Prof. Dorothea Wendebourg hat mich angeregt: Der Gottesdienst ist nicht irgendeine Zusammenkunft. Hier versammelt sich die aus dem Evangelium lebende Gemeinschaft vor dem heiligen Gott. Deshalb ist der Gottesdienst Gottesverehrung. Es ist gut, sich die Grundlagen von Kirche und Gottesdienst immer neu bewusst zu machen. Nicht nur am Reformationstag, wo an das Wort von Paulus erinnert wird: "Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus" (1Kor 3,11). Ich allerdings hätte dann am Schluß des Aufsatzes ein wenig andere Konsequenzen gezogen ... -…

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Grund-lose Kirche

Die EKD hat „Elf Leitsätze für eine aufgeschlossene Kirche“ aufgestellt. Es geht ums Tun, Tun, Tun. „Kirche auf gutem Grund“ ist der Titel. Doch was ist der „gute Grund“? Wo ist der „gute Grund“? Wer ist der „gute Grund“? Wenn ich dieses Papier lese, kommt mir dieser „Grund“ vor – wie ein ausgetrocknetes Land. Geistlich wie theologisch. Denn für Theologie und Substanz ist ja kein Raum. Und keine Zeit. Denn jetzt muss etwas getan werden. Dabei würden neue Aufbrüche und neue Impulse doch eigentlich nur durch Rückbesinnung auf die Grund-lagen geschehen. Schade.…

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Pfingsten: Feuer – Wasser – Wind

Paulus schreibt hier seine schönsten Sätze: "Wir haben Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Durch ihn haben wir im Glauben den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. ... Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist." (Röm 5,1.2.5).Das ist so faszinierend an diesem Geist Gottes: Er ist so dynamisch, so voll Kraft und Energie, so voll Bewegung, dass man ihn mit einem Wort gar nicht beschreiben kann:Er ist wie etwas…

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