Oster-Morgen

Sehr früh am Morgen hast du den Stein weggerollt tödlicher Bequemlichkeit. Sehr früh am Morgen hast Du den Stein weggerollt für den Anfang des Tages mit Dir. Sehr früh am Morgen rollst du mir den Stein weg vor dem Felsengrab aus Zweifel und Sorge und Angst. Sehr früh am Morgen kommst Du dann selbst, Auferstandener, durch alle verschlossenen Türen hindurch in mein Leben – Friede ist! Beate Thiessen Ostern (zu Mk 16,1-4; Joh 20,19)

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Wie groß ist eigentlich Deine Hoffnung? Und meine?

"Die Kirche ist aus einer Bewegung der Hoffnung entstanden, und diese Bewegung muss heute neu erweckt werden, wenn wir dem Glauben neuen Schwung geben und ihn fähig machen wollen, sich in der ganzen Welt zu verbreiten. Ohne Hoffnung geschieht nichts. ... Wenn ein Mensch den Punkt erreicht, an dem er sich nichts mehr erhofft; wenn er morgens aufsteht und überhaupt nichts mehr erwarten kann, dann ist er wie tot. So wie jemandem, der kurz vor der Ohnmacht steht, schnell etwas Starkes zum Einatmen gegeben wird, damit er wieder zu Kräften kommt, so…

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… fröhliche Urständ feiern??

„Gott verleih‘ ihm fröhliche Urständ“ – Das war in früheren Zeiten ein Wunsch zur Wiedergenesung. Theodor Storm schreibt: „Wir … tranken … tapfer auf seine fröhliche Urständ“. Heute wird diese Formulierung meist in leicht ironischen Zusammenhängen verwendet, wenn zum Beispiel etwas längst Totgeglaubtes oder Vergessenes wiederkehrt. Sie bedeutet im Grunde, ein Come-back zu erleben, nachdem jemand oder etwas schon fast vergessen war. Manchmal findet sie sich in journalistischen Texten. Dem Handbuch des Journalismus zufolge ist es eine „Floskel, die die meisten Leser noch nie verstanden haben“. Der Ursprung liegt im Osterfest: Das…

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Gott will kein Blut sehen

Jesus ist konsequent seinen Weg gegangen, frei und ohne Berechnung. Er hat sich nicht mit dem abgefunden, was ist. Er hat alles dran gesetzt, dass Gott und seinem Reich der erste Platz gebührt und jeder Mensch zu seinem Recht kommt. Er hat damit Anstoß erregt, beson-ders bei den Mächtigen. Er wusste, wohin das führt. Als der Konflikt sich zuspitzte, wich er nicht aus. Er brachte keine fremden Mittel ins Spiel, weder das Schwert des Petrus noch die Legionen Engel. Wehrlos ging er auf die Angreifer zu. Er litt und starb nicht, weil…

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Von ablenkenden Gedanken

In der Stunde der Lehre und des Gebets ist kein trennender Vorhang zwischen dem Menschen und seinem Gott. Auch wenn viele fremde Gedanken in dir aufsteigen: Gewänder und Decken sind sie, hinter denen der Heilige, gesegnet sei Er, sich verbirgt, und wenn du darum weißt, ist da keine Verborgenheit mehr. Martin Buber, Baal Schem Tow. Unterweisung im Umgang mit Gott, Heidelberg 1981, S. 76

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Die Taufe: Wird bei der Kirche nur mit Wasser gekocht?

Nach der Taufagende der Evang.-Luth. Kirche werden Menschen „im Namen“ Gottes getauft. So steht es in der Taufagende: „N. N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Jesus sagt jedoch im „Taufbefehl“ (Mt 28,19): „Tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Wörtlich: „Tauft in den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes hinein“. Ein „Taufen auf den Namen“ ist etwas völlig anderes als ein „Taufen im Namen“. „Taufen im Namen“ heißt: „Taufen im Auftrag von ...“…

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Verloren – und nicht gefunden?

Ein Wort aus dem 2. Korintherbrief irritiert: Das Evangelium ist denen verhüllt, die verloren gehen. Was ist mit den „Verlorenen“? 1. Der Abschnitt aus 2 Kor 4,2-4 (Luther-Übersetzung): 2 Wir haben uns losgesagt von schändlicher Heimlichkeit und gehen nicht mit List um, verfälschen auch nicht Gottes Wort, sondern durch Offenbarung der Wahrheit empfehlen wir uns dem Gewissen aller Menschen vor Gott. 3 Ist aber unser Evangelium verdeckt, so ist's denen verdeckt, die verloren werden, 4 den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle…

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Gönne Dich Dir selbst!

Bernhard von Clairvaux: Brief an seinen früheren Schüler, an Papst Eugen III: Wo soll ich anfangen? Am besten bei Deinen zahlreichen Beschäftigungen, denn ihretwegen habe ich am meisten Mitleid mit Dir. Ich fürchte, dass Du, eingekeilt in Deine zahlreichen Beschäftigungen, keinen Ausweg mehr siehst und deshalb Deine Stirn verhärtest. Dass Du Dich nach und nach des Gespürs für einen durchaus richtigen und heilsamen Schmerz entledigst. Es ist viel klüger, Du entziehst Dich von Zeit zu Zeit Deinen Beschäftigungen, als dass sie Dich ziehen und Dich nach und nach an einen Punkt führen,…

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Schweigen – ein „Fasten“, das zu mehr Tiefe, Liebe und Gotteserfahrung führen kann

Heute ist das letzte Buch des großen Neutestamentlers Klaus Berger erschienen: „Schweigen – Eine Theologie der Stille". Es ist ein sehr persönliches Buch. Das Manuskript hat er kurz vor seinem Tod im Juni 2020 an den Verlag geschickt. Prof. Dr. Peter Busch, einer seiner ca. 60 Schüler, die bei ihm promoviert oder habilitiert haben, hat im Anhang des Buches ein Nachwort geschrieben, das Klaus Berger gut beschreibt. „Schweigen“ ist ein Thema, das im Neuen Testament wichtig ist – und das bei den Theologen und Theologinnen in der Regel übergangen und „verschwiegen“ wird.…

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Ehrfurcht statt Schlammschlacht

Aus der Süddeutschen Zeitung vom 15. Februar 2021 (von Sebastian Herrmann): Eine Studie zeigt: Das Gefühl der Ehrfurcht kann verbohrte Menschen einen und ideologische Gräben überwinden. Es war der 24. Dezember 1968, als William Anders "Oh mein Gott" durch die Apollo-8-Kapsel rief und nach seiner Hasselblad 500 griff. "Seht euch dieses Bild an. Da geht die Erde auf." Der US-Astronaut legte einen Farbfilm ein und schuf ein Bild, das als eines der einflussreichsten der Geschichte und manchen als ein Geburtsmoment der Umweltbewegung gilt. Anders fotografierte, wie der Planet der Menschen über dem…

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Der „liebe Gott“ – der Opa im Himmel?

Unter dem guten Gott verstehen wir heutzutage fast ausschließlich den „lieben“ Gott; und wir mögen damit auch Recht haben. Aber mit Liebe meinen die meisten von uns in diesem Zusammenhang soviel wie Gutherzigkeit, d. h. den Wunsch, jemand anders glücklich zu sehen, nicht glücklich in diesem oder jenem Sinn, sondern einfachhin glücklich. Was uns wirklich passen könnte, das wäre ein Gott, der zu allem, was wir gerade gern täten, sagen würde: „Was macht es schon, solange sie nur zufrieden sind?“ In der Tat, wir möchten nicht so sehr einen Vater im Himmel…

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zwischenRÄUME

In diesen Wochen werden wieder in vielen Kirchengemeinden Exerzitien im Alltag angeboten. In Oberfranken geschieht dies als Einladung des Erzbistums Bamberg gemeinsam mit dem Evang.-Luth. Kirchenkreis Bayreuth. Diese Exerzitien im Alltag haben das Thema zwischenRÄUME Bei den Alltagsexerzitien geht es darum, Gott im eigenen Umfeld zu entdecken. Das bedeutet auch, ihn im „Dazwischen“ zu erspüren: zwischen den täglichen Herausforderungen und Aufgaben, zwischen Sofa und Esszimmer, zwischen Tür und Angel, zwischen Ruhe und Hast und in den Zeiten, die ich mir zwischendurch für IHN nehme. Es gibt keinen Raum ohne Gott, aber wir…

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wer bist du

schon immer erwartet wie eine große liebe und doch ganz anders dein name ein fremdwort das sich selber übersetzt hinein in unser fleisch und blut du bist das gottgesättigte wort und zugleich für unsre armen worte gottes offenes ohr von den großen klein gemacht hast du doch die kleinen groß gemacht den habenichtsen dieser erde bist du der künder eines freien himmels einheimisch im heiligen geheimnis ziehst du alle zu dir hin die sich selber in der fremde sind angesichts deiner leuchtet das göttliche antlitz menschlich sichtbar mein wahres ansehen empfange ich…

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NEU: „Biblische Brosamen“ und „Kuriosa“

Zwei neue Seiten fügen dieser Webpage noch einmal ein paar neue Aspekte hinzu: In "Biblische Brosamen" stelle ich hin und wieder Beobachtungen rein, die mir bei Bibel-Lektüre und Bibel-Studium so aufgefallen sind. Brosamen sind Krümel, die vom reich gedeckten Tisch Jesu herunter fallen und die ich dankbar aufschnappe. In "Kuriosa" findet sich so manches, was man eigentlich gar nicht wissen muss. Viel Anregungen beim Lesen bzw. viel Vergnügen!

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