Gott ist ein Färber

Gott ist ein Färber. Die guten Farben, die man die echten nennt, vergehen nur, wenn auch der Stoff vergeht. So ist es auch mit den Menschen, die Gott eingefärbt hat. Seine Farben sind durch ihre Bestandteile unvergänglich. Gott färbt, indem er in Wasser eintaucht. Philippus-Evangelium 43 Das Evangelium des Philippus gehört zu den Schriften, die im Dezember 1945 in der Nähe des kleinen ägyptischen Ortes Nag Hammadi von ansässigen Bauern gefunden wurde. Es ist im 2. Jahrhundert entstanden. Foto by Markus Wieser_pixelio.de: Fenster mit Glasspirale über dem Taufstein in der St.-Barbara-Kirche in…

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Prophetische Worte über die Ökumene

Walter Hümmer in einem Vortrag vor 52 Jahren: Die Gesamtchristenheit steht in einer Stunde besonderer geschichtlicher Bewährung und Anfechtung. Eine Welle des Diesseitigkeitsdenkens, der Verweltlichung geht über die Welt. Fast scheint es, als ob das religiöse Empfinden des Menschen im Schrumpfen wäre. Viele scheinen keine Antenne mehr für die Welt Gottes zu haben. Ein lautloser innerer Massenabfall, ein Fall aus der Welt des Glaubens, ist im Gange. Die christliche Gemeinde wird je länger je mehr wieder Diasporacharakter inmitten der Welt bekommen, ob sie will oder nicht. In allzu ferner Zukunft wird es…

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„Christ, der Retter, ist da!“ – allerdings kaum für die Lutheraner!

An Weihnachten singen wir es regelmäßig: "Christ, der Retter, ist da!" Doch die Luther-Übersetzung meidet dieses Wort wie die Pest. Statt "Retter" steht da das altertümliche, in unserem Alltag heute nicht mehr gebräuchliche Wort "Heiland". Für das Verb "retten" steht "selig werden", "geholfen werden" oder "gesund werden". Für das Substantiv "Rettung" steht vor allem "Heil". Wenn "Retter", "retten" oder "Rettung" da stünde, würde sofort die Frage folgen: "Wovor soll oder wovor kann ich denn gerettet werden?" Und hierauf müsste die Theologie aus den Aussagen der neutestamentlichen Schriften Antworten geben. Will die Luther-Übersetzung…

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Tolerantes Lehren statt intolerantes Missionieren?

Warum die Luther-Übersetzung 2017 beim Missionsbefehl Jesu ein Rückschritt ist Die neue Revision der Luther-Übersetzung 2017 hat im letzten Abschnitt des Matthäus-Evangeliums, eine sehr problematische, ja falsche Korrektur vorgenommen. In der letzten Revision Luther 1984 war zu lesen (Mt 28,19f.). Jesus sagt: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ In der neuen Revision Luther 2017 steht nun: „Darum gehet hin und lehret alle Völker ...“ Doch…

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Wer andern eine Blume sät …

Wer andern eine Blume sät, blüht selber auf! (Aus einem Vortrag von Dr. Sabrina Müller bei der midi-Jahrestagung 2021: "Kraft - Woher sie kommt. Wie man sie bewahrt. Wie man sie weitergibt.")

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Gottesmüdigkeit – Verlieben – Leidenschaft

Was uns fehlt, ist die Ausstrahlung. Die Gottesmüdigkeit, die mangelnde Glaubenslust ist unsere eigentliche Schwäche. Wir leugnen Gott nicht, aber wir rechnen auch nicht ernsthaft mit ihm. Unser Gott ist weder zu fürchten noch zum Verlieben. Fängt jemand damit an, wird er schnell in die charismatische Ecke gestellt. So reden und erklären wir alles Mögliche, aber es kommt kaum durch, was wir der Welt schulden: das Zeugnis vom lebendigen Gott. Dazu braucht‘s zuerst nicht ausgeklügelte Strategien und gestylte Kampagnen, sondern Leidenschaft für Gott und die Menschen. Wir haben etwas zu sagen, für…

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Ewigkeit im Jetzt

Wenn man unverhofft im Autoradio eine wunderschöne Melodie hört, vielleicht von Mozart – und sich nicht gleich fragt, wie die heißt, wie man die auf CD bekommt, wie man die wiederholen kann; wenn man sich auch nicht gleich als Kritiker betätigt, der technische Mängel an der Einspielung herauszuhören versucht; wenn man sich vielmehr ganz intensiv der Unwiederholbarkeit dieses ergreifenden Moments bewusst ist und ihn genießt, sich ergreifen lässt, dann kann man in diesem Moment eine Ahnung von Ewigkeit bekommen – oder noch mehr, dann ereignet sich Ewigkeit, die die Zeit und den…

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Ein Esel geht im Kreis. Oder noch jemand?

Ein Esel hatte einen Mühlstein im Kreis herumgezogen und dabei hundert Meilen zurückgelegt. Als er losgebunden wurde, lief er an derselben Stelle weiter im Kreis. Manche Menschen reisen den ganzen Tag umher und kommen doch an kein Ziel. Wenn es Nacht wird, sehen sie keine Stadt und kein Dorf, nichts Geschaffenes und nichts Gewachsenes, keine gute Macht und keinen Engel. Vergeblich haben sich diese Unglückseligen geschunden. Evangelium des Philippus 52,1-5 Anmerkung: Das Evangelium des Philippus gehört zu den Schriften, die im Dezember 1945 in der Nähe des kleinen ägyptischen Ortes Nag Hammadi…

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Leidenschaft und Hingabe – das Innere, das nach außen leuchtet

Ich habe ein spannendes Interview mit der international bekannten Geigerin Ann-Sophie Mutter gelesen. Was sie aus der Perspektive der Musik sagt - könnte das nicht (erst recht) auch für andere Bereiche gelten?? Musik kann man ja nicht in Worte fassen. Ich versuche eigentlich nur, mich einem Werk immer wieder aufs Neue zu nähern und dem Zuhörer etwas zu vermitteln, was unter die Haut geht, was eine Erinnerung an das Werk hinterlässt. Natürlich ist das immer ein subjektiver Blick auf das Werk, durch meine Lebenserfahrung gefärbt. Aber für Glätte und Oberflächlichkeit war in…

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… ich will mich an das Seil klammern …

Sophie Scholl (9. Mai 1921 - 22. Februar 1943): Geistliche Texte und Gebete Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag in der Kirche zu beten, damit Gott mich nicht verlasse. Ich kenne Gott ja noch gar nicht und begehe sicher die größten Fehler in meiner Vorstellung von ihm, aber er wird mir das verzeihen, wenn ich ihn bitte. Wenn ich ihn von ganzer Seele lieben kann, dann werde ich meinen schiefen Blick verlieren. Wenn ich die Menschen um mich herum sehe, und auch mich selbst, dann bekomme ich Ehrfurcht vor dem Menschen, weil…

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Die Freude des lebendigen Gottes!

Die Freude des lebendigen Gottes und das Elend des Atheismus von Jürgen Moltmann Ich denke: Das Christentum ist eine Religion der Freude Gottes. Jedenfalls macht der christliche Auferstehungsglaube das Leben zu einem Fest, zu „einem Fest ohne Ende“, wie der Kirchenvater Athanasius an einem Ostertag in Alexandria sagte. Wir wollen die positiven Dimensionen der „großen Freude“ in den weiten Räumen Gottes ermessen, der uns näher ist, als wir denken, und unser Leben weiter macht, als wir ahnen. Freude ist Kraft zum Leben, Schwung zur Liebe und Lust am schöpferischen Anfang. Wir sind…

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Es ist alles umsonst …

„Es ist alles umsonst“, sagt der Nihilist und verzweifelt. „Es ist wirklich alles umsonst“, sagt der Glaubende und freut sich der Gnade, die es umsonst gibt, und hofft auf eine neue Welt, in der alles umsonst zu geben und zu haben ist. „Wohlan alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser. Und die ihr kein Geld habt, kommt her und kauft ohne Geld und umsonst beides, Wein und Milch“, verheißen die Propheten des Alten und des Neuen Testaments (Jes 55,1: Offb 22,17). Jürgen Moltmann (* 8. April 1926) wurde 95 Jahre…

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Oster-Morgen

Sehr früh am Morgen hast du den Stein weggerollt tödlicher Bequemlichkeit. Sehr früh am Morgen hast Du den Stein weggerollt für den Anfang des Tages mit Dir. Sehr früh am Morgen rollst du mir den Stein weg vor dem Felsengrab aus Zweifel und Sorge und Angst. Sehr früh am Morgen kommst Du dann selbst, Auferstandener, durch alle verschlossenen Türen hindurch in mein Leben – Friede ist! Beate Thiessen Ostern (zu Mk 16,1-4; Joh 20,19)

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Wie groß ist eigentlich Deine Hoffnung? Und meine?

"Die Kirche ist aus einer Bewegung der Hoffnung entstanden, und diese Bewegung muss heute neu erweckt werden, wenn wir dem Glauben neuen Schwung geben und ihn fähig machen wollen, sich in der ganzen Welt zu verbreiten. Ohne Hoffnung geschieht nichts. ... Wenn ein Mensch den Punkt erreicht, an dem er sich nichts mehr erhofft; wenn er morgens aufsteht und überhaupt nichts mehr erwarten kann, dann ist er wie tot. So wie jemandem, der kurz vor der Ohnmacht steht, schnell etwas Starkes zum Einatmen gegeben wird, damit er wieder zu Kräften kommt, so…

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