Unbeirrbare Liebe

Als ich verstand, daß wir heute im Begriff sind, die Schöpfung zurückzunehmen, "to undo creation" mit Hilfe einer Wirtschaftsordnung, die immer mehr Hungertote hervorbringt und zugleich unter dem Diktat des "schneller, besser, mehr" den Planeten unbewohnbar macht, spürte ich, wie meine Liebe zum Lebendigen eine neue Gestalt annahm. Das Gerechte tun und die Schöpfung lieben heißt heute, für die Opfer einzutreten und sich in den Widerstand gegen die Todesmächte einzuüben. Auch wenn unsere Stimmen erstickt werden, so werden doch die Apfelbäumchen, die wir hier und dort pflanzen, und gerade die, die Ruth…

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Warum sagt Gott nicht, dass es ihn gibt?

Manfred Lütz (Psychiater, Psychotherapeut und Theologe): Ich bin mit 14 Jahren Atheist geworden. Ich fand Religion eine Sache für Kinder, deren Verstand noch nicht reif genug ist. Was ich vor allem nicht verstand, war, warum Gott nicht einfach ein für alle Male klar und unmissverständlich sagt, dass es ihn gibt, damit man nicht immer so unsicher ist. Ich bin dann unter anderem dadurch wieder zum Glauben gekommen, dass ich begriff, dass ich dann dem allmächtigen ewigen Gott gegenüber ja gar nicht wirklich frei sein könnte, dass ich mich ihm dann einfach nur…

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Jüdisches Neujahr 5782: „Das Land soll wie an einem Sabbat ruhen zu Ehren des Herrn.“ (Lev 25,2) – Wie geht das heute?

Am Vorabend des 7. September begann das jüdische Neujahrsfest des Jahres 5782. Es ist nicht ein Jahr wie jedes andere. Es ist ein Sabbatjahr („Schmitta-Jahr“). Dazu: Lev 25,1-6 (s.a. Ex 23,10f.) (BasisBibel): 1 Der Herr sprach auf dem Berg Sinai mit Mose. Er forderte ihn auf, 2 mit den Israeliten zu reden und ihnen auszurichten: Ihr werdet bald in das Land kommen, das ich euch geben will. Dann soll das Land wie an einem Sabbat ruhen zu Ehren des Herrn. 3 Sechs Jahre lang sollt ihr eure Felder bestellen und Samen aussäen.…

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„JHWH“ – Sagen Sie bitte jetzt nichts!

Der Gottesname JHWH wird im Judentum seit mehr als 2000 Jahren nicht ausgesprochen. Niemand weiß, wie er richtig ausgesprochen wird. Daher kann er sinnvollerweise eigentlich auch von Christen nicht ausgesprochen werden. Außerdem: Das christlich-jüdische Gespräch pflegen zu wollen und gleichzeitig die Gesprächspartner mit der nicht erlaubten Aussprache des Gottesnamens zu verletzen, passt nicht zusammen. Daher sollte dieser Gottesname auch aus Solidarität, aus Rücksichtnahme und aus Höflichkeit gegenüber jüdischen Gesprächspartnern nicht ausgesprochen werden. Gut können wir der Übersetzung Martin Luthers  und der Einheitsübersetzung (und anderen Übersetzungen) folgen und „HERR“ lesen, wo das Tetragramm…

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Hören – und doch nicht hören?

Igor Levit, großartiger Weltklasse-Pianist, hat in einem Interview etwas gesagt, was für mich anregend und bemerkenswert ist: „Wen hören die Menschen? Hören sie Beethoven oder hören sie mich Beethoven spielen?“ Wie ist das eigentlich im Gottesdienst? Hören die Menschen das Evangelium? Oder hören sie, wie jemand das Evangelium präsentiert (oder „inszeniert“)? Oder hören sie weder das eine noch das andere?

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In die Spur des Glaubens finden …

Der Messias hat gesagt: "Vier Dinge sind nur mit großer Mühe zu erlangen: - Schweigen, - der Anfang des frommen Lebens, - die Demut, oft an Gott zu denken, - und Bescheidenheit in Bezug auf die Notwendigkeiten dieser Welt." Agraphon (ein außerbiblisches Jesus-Wort, 1.-5. Jahrhundert)

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Heute schon dem Schweigen entkommen?

"Du machst dir Sorgen und Mühen um vielerlei ..." (Jesus in Lk 10,38-42) Es muss immer etwas geschehen, damit nicht geschieht, was am meisten zu fürchten ist: dass einmal nichts geschieht. Dass etwa Stille eintritt, Schweigen, oder ein Wort, dem wir nicht gewachsen sind. (Lothar Zenetti)

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Gott ist ein Spielverderber. Er macht nicht mit beim Gottesbeweis

Diagoras von Melos, Beiname "der Atheist", lebte von ca. 475 bis 410 v.Chr. Er war ein griechischer Rhetoriker und Lyriker. Eines Tages kam er auf eine glorreiche Idee: Er warf ein hölzernes Bild eines Gottes ins Feuer und sagte, die Gottheit sollte sich doch durch ein Wunder selbst retten. - Doch Gott hat nicht mitgespielt. Was für Diagoras ein Beweis war: Gott kann es nicht geben. Sicher ist, dass Diagoras wegen Gottlosigkeit verurteilt worden ist. Er konnte entkommen und ist nach Korinth geflohen. Das Motiv ist also schon alt, und die "Logik"…

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Wer bin ich? – Wer bist du?

1. Ich möchte gern so sein, wie Gott mich haben will, weil er mich so behandelt, als wäre ich schon so. (Hannelore Frank) 2. Die Liebe besteht nicht darin, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat. (1 Joh 4,10) 3. Was du im anderen siehst, entzündest du in ihm. Lerne es, im anderen den von Gott geliebten Menschen zu sehen. (Hanna Hümmer) 4. Wilhelm Schmid über das Kapitel „Über den Umgang mit sich selbst“ in dem Buch „Über den Umgang mit Menschen“ von Adolph Freiherr Knigge: „Es geht…

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Gott ist ein Färber

Gott ist ein Färber. Die guten Farben, die man die echten nennt, vergehen nur, wenn auch der Stoff vergeht. So ist es auch mit den Menschen, die Gott eingefärbt hat. Seine Farben sind durch ihre Bestandteile unvergänglich. Gott färbt, indem er in Wasser eintaucht. Philippus-Evangelium 43 Das Evangelium des Philippus gehört zu den Schriften, die im Dezember 1945 in der Nähe des kleinen ägyptischen Ortes Nag Hammadi von ansässigen Bauern gefunden wurde. Es ist im 2. Jahrhundert entstanden. Foto by Markus Wieser_pixelio.de: Fenster mit Glasspirale über dem Taufstein in der St.-Barbara-Kirche in…

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Prophetische Worte über die Ökumene

Walter Hümmer in einem Vortrag vor 52 Jahren: Die Gesamtchristenheit steht in einer Stunde besonderer geschichtlicher Bewährung und Anfechtung. Eine Welle des Diesseitigkeitsdenkens, der Verweltlichung geht über die Welt. Fast scheint es, als ob das religiöse Empfinden des Menschen im Schrumpfen wäre. Viele scheinen keine Antenne mehr für die Welt Gottes zu haben. Ein lautloser innerer Massenabfall, ein Fall aus der Welt des Glaubens, ist im Gange. Die christliche Gemeinde wird je länger je mehr wieder Diasporacharakter inmitten der Welt bekommen, ob sie will oder nicht. In allzu ferner Zukunft wird es…

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„Christ, der Retter, ist da!“ – allerdings kaum für die Lutheraner!

An Weihnachten singen wir es regelmäßig: "Christ, der Retter, ist da!" Doch die Luther-Übersetzung meidet dieses Wort wie die Pest. Statt "Retter" steht da das altertümliche, in unserem Alltag heute nicht mehr gebräuchliche Wort "Heiland". Für das Verb "retten" steht "selig werden", "geholfen werden" oder "gesund werden". Für das Substantiv "Rettung" steht vor allem "Heil". Wenn "Retter", "retten" oder "Rettung" da stünde, würde sofort die Frage folgen: "Wovor soll oder wovor kann ich denn gerettet werden?" Und hierauf müsste die Theologie aus den Aussagen der neutestamentlichen Schriften Antworten geben. Will die Luther-Übersetzung…

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Tolerantes Lehren statt intolerantes Missionieren?

Warum die Luther-Übersetzung 2017 beim Missionsbefehl Jesu ein Rückschritt ist Die neue Revision der Luther-Übersetzung 2017 hat im letzten Abschnitt des Matthäus-Evangeliums, eine sehr problematische, ja falsche Korrektur vorgenommen. In der letzten Revision Luther 1984 war zu lesen (Mt 28,19f.). Jesus sagt: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ In der neuen Revision Luther 2017 steht nun: „Darum gehet hin und lehret alle Völker ...“ Doch…

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Wer andern eine Blume sät …

Wer andern eine Blume sät, blüht selber auf! (Aus einem Vortrag von Dr. Sabrina Müller bei der midi-Jahrestagung 2021: "Kraft - Woher sie kommt. Wie man sie bewahrt. Wie man sie weitergibt.")

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